Exkursion der Schlossbergschule in die KZ-Gedenkstätte Dachau

Am vergangenen Mittwoch fuhren die Schülerinnen und Schüler der Stufe 9 der Gemeinschaftsschule mit ihren Geschichtslehrern in die KZ-Gedenkstätte Dachau bei München.

Als historischer Ort für die Gräueltaten der Nationalsozialisten stellt sich das ehemalige Konzentrationslager als eine wichtige außerschulische Lernstätte für das Fach Geschichte dar.

Bereits um sieben Uhr in der Früh ging es von Vaihingen aus Richtung der Gedenkstätte. Als Lernort bereitet die Gedenkstätte einiges an informativem Material für Jugendliche auf, durch das diese sowohl einen Einblick in den Lagerablauf der Jahre 1933-1945 als auch über Einzelschicksale erfahren können. So wird eine solche Exkursion fundiert in den Unterricht, der ja sonst im Klassenzimmer stattfindet, eingebunden. Darüber hinaus beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Stufe 9 in ihrer Projektwoche Mitte Mai mit der Thematik, analysierten Quellen zur Euthanasie und zum Holocaust und unternahmen eine Exkursion in die KZ-Gedenkstätte Vaihingen. 

Nach fast drei Stunden Busfahrt traf man schließlich in Dachau an. Den Jugendlichen war anzumerken, dass allein die räumlichen Dimensionen des Areals ein bedrückendes Gefühl hinterließen. Mehrmals am Tag findet in der Gedenkstätte eine filmische Dokumentation statt, welche die grauenvollen Zustände im Lager zum Zeitpunkt der Befreiung durch die Alliierten 1945 zeigt. Diese Aufnahmen standen im krassen Kontrast zu dem sommerlichen Wetter an jenem Tag und den zahlreichen Besuchern des Ortes und machten deutlich, wie wichtig eine solche Konfrontation mit dem historischen Ort ist. 

Schließlich fand eine Führung über das gesamte Gelände, durch die wieder aufgebauten Modell-Baracken und durch das sich noch im baulichen Originalzustand befindende Krematorium statt. Die Enge und die unmenschlichen Bedingungen in den Baracken machten das unwürdige Leben für die Häftlinge deutlich. Gefror im Winter der Boden, so waren die hohen Temperaturen im Sommer innerhalb des Raumes für die eingepferchten Insassen kaum erträglich. Krankheiten, Essensentzug und Schikanen durch die SS-Aufseher waren an der Tagesordnung und so starben teilweise bis zu zweihundert Menschen an einem Tag.   

Dieses anderthalbstündige Begehen des Areals – begleitet von den Ausführungen der Gedenkstättenmitarbeiter – hinterließ bei vielen der Jugendlichen eine Betroffenheit, die weder durch Schulbücher noch durch den gängigen Schulunterricht erreicht werden kann. 

Dementsprechend hingen auf der Rückfahrt auch Schüler und Lehrer ihren Gedanken nach, um das Gesehene und Gehörte zu verarbeiten. Diese beginnende – oftmals gedankliche – Auseinandersetzung wird nun in den folgenden Geschichtsstunden weitergeführt und sowohl pädagogisch als auch didaktisch in den Unterricht eingebunden.